Unsere Kirchgemeinde
Geschichte

Geschichte

Die Christianisierung der Schweiz begann im 7. Jahrhundert, erreichte aber die abseits der wenigen Strassen gelegenen und sehr dünn besiedelten Gegenden oft viel später. Die Jahrzahl 1118 soll gemäss mündlicher Ueberlieferung im Turmkreuz eines eher kleinen Gotteshauses – am Standort der jetzigen Kirche – in  Untergurzelen eingestanzt gewesen sein.

Auch Obergurzelen besass damals eine Kapelle, die 1272 seelsorgerisch der Kirche Untergurzelen unterstellt wurde, aber 1528 in der Reformationszeit aufgehoben wurde. Im Gebiet der Gemeinde Seftigen ist keine kirchliche Stätte aktenkundig. Es gehörte zum grossen Kirchspiel Kirchdorf.

1664 wurde Seftigen dort abgetrennt und dem sehr kleinen Kirchspiel Gurzelen beigeordnet. Damals wohnten in den beiden Gemeinden zusammen nur ungefähr 500 Personen. Trotzdem wurde das mittelalterliche Kirchlein als zu klein und düster empfunden. Vor allem dank der eifrigen Fürsprache bei den Gnädigen Herren in Bern des Pfarrers Georg Langhans – er amtete hier von 1703-1730 als 54- bis 81-Jähriger; sein Epitaph (Grabmal mit Inschrift) steht im Kirchenvorraum – konnte 1710 die heutige Kirche gebaut werden. Die damaligen Bewohner der Kirchgemeinde waren so arm, dass der Staat und der Schlossherr Hieronimus von Wattenwyl auf Burgistein (Wappen und Inschrift im rechten Chorfenster) je die Hälfte der Baukosten beisteuerten. Seither waren mehrmals Renovationen und Anpassungen nötig, in grösserem Masse 1979-82. Damals wurde beim Haupteingang anstelle des offenen Vorscherms mit Orgelaufgang der Kirchenvorraum geschaffen. In 2 Jahren wird unsere Kirche 300-jährig.

Ueber Jahrhunderte hinweg war die Betreuung des Begräbniswesens den Kirchgemeinden überbunden. Die Grabstätten befanden sich auch in Gurzelen  im Kirchenareal. Wegen des Bevölkerungszuwachses – 1900 hatten Gurzelen und Seftigen je 600 Einwohner – wurde der Friedhof auf der Zelg (damals noch mit geringerem Ausmass) angelegt, wobei im Wechsel auch der Platz um die Kirche weiter gebraucht wurde.

Als die Mobilität der Bevölkerung und damit ihre glaubensmässige Durchmischung zunahm, wurde das Begräbniswesen 1970 den politischen Gemeinden übertragen. Die sachlich enge Verbindung mit der Kirche jedoch blieb bestehen.

 

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